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22.11.2019 Vorige Woche wurde bekannt: Der SPD-Politiker Florian Pronold wird Gründungsdirektor der Bundesstiftung Bauakademie. Die Nachricht verärgert die Fachwelt. Denn zurecht fühlen sich viele, die im Dialogverfahren mitdiskutiert, im Programmwettbewerb Beiträge eingereicht oder sich auf die ausgeschriebene Stelle beworben hatten, um ihre Zeit betrogen. Eine Manöverkritik von Friederike Meyer Mit Auswahlverfahren sind Architekten vertraut. Keine andere Berufsgruppe investiert derart viele unbezahlte Arbeitsstunden in der Hoffnung auf ein gutes Ergebnis. Architekturwettbewerbe gelten als hohes Gut, entsprechend präzise werden Teilnahmevoraussetzungen, Rahmenbedingungen und Ergebnisse geprüft. Wissensvorteile von Teilnehmer*innen etwa durch vorherige Gutachten gelten ebenso als No-Go, wie Preise an Entwürfe, die sich über die Aufgabenstellung hinweggesetzt haben. Auch wenn eine Stellenbesetzung nur indirekt mit einem Architekturwettbewerb vergleichbar ist, sind im Auswahlverfahren für die Bauakademie nun genau diese No-Go‘s eingetreten: Der „Sieger“ erfüllt weder die in der Ausschreibung gesuchte Qualifikation, noch ist er aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit frei von Wissensvorteilen... |